Dürfen Babys griechischen Joghurt essen?
Ja, ab etwa 6 Monaten als eines von vielen Lebensmitteln. Wähle Naturjoghurt aus pasteurisierter Milch, vollfett statt fettarm und ohne Zucker oder Süßstoff. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt naturbelassenen Vollfettjoghurt ausdrücklich unter den Milchprodukten, die ab etwa 6 Monaten gegeben werden können, und rät, Babyessen nicht zu süßen.
In Deutschland empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben im ersten Lebensjahr bis zu etwa 200 ml Milch am Tag für einen Milch-Getreide-Brei; diese Milch kann durch die gleiche Menge Joghurt ersetzt werden. Quark soll dagegen nicht als Milchersatz dienen, weil er deutlich mehr Eiweiß enthält. Griechischer Joghurt ist ebenfalls abgeseiht und eiweißreicher als normaler Joghurt. Für den Brei ist normaler Naturjoghurt deshalb die naheliegendere Wahl, griechischen Joghurt gibst du besser in kleinen Mengen.
Joghurt wird gegessen, nicht getrunken. Kuhmilch als Getränk soll laut Netzwerk Gesund ins Leben erst gegen Ende des ersten Lebensjahres und in kleinen Mengen gegeben werden.
Kuhmilch gehört zu den häufigen Nahrungsmittelallergenen. Biete anfangs nur wenig an, zu einer Zeit, in der du dein Baby gut beobachten kannst, und kenne die Warnzeichen weiter unten. Hat dein Baby ein ausgeprägtes Ekzem oder eine bekannte Nahrungsmittelallergie, sprich vorher mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.
Wann du zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt solltest
- Anzeichen einer Milchallergie innerhalb von Minuten bis 2 Stunden nach dem Joghurt: Nesselsucht, geschwollene Lippen oder ein geschwollenes Gesicht, wiederholtes Erbrechen, Husten oder pfeifende Atmung. Hat dein Baby Atemnot, großflächige Nesselsucht oder wird es schlaff oder blass, ruf sofort den Notruf.
- Blut oder Schleim im Stuhl, nachdem du Joghurt eingeführt hast. Das kann auf eine Reaktion auf Kuhmilcheiweiß hinweisen; melde dich noch in derselben Woche in der Praxis.
- Ein Ekzem, das sich nach Milchprodukten immer wieder verschlechtert, besonders wenn es jedes Mal nach Joghurt aufflammt.
- Wiederholtes, heftiges Erbrechen, das 1 bis 4 Stunden nach Milchprodukten beginnt, mit ungewöhnlicher Schläfrigkeit oder Blässe. Dieses verzögerte Muster braucht zeitnah ärztlichen Rat.
- Anhaltender Durchfall, zunehmender Reflux oder schlechte Gewichtszunahme, seit Joghurt regelmäßig auf dem Speiseplan steht.
- Ein Geschwisterkind oder Elternteil mit schwerer Milchallergie oder ein Baby mit ausgeprägtem Ekzem: Frag vor der ersten Milchmahlzeit zu Hause nach einem Einführungsplan.
Was unterscheidet griechischen und normalen Joghurt?
- Abseihen: Griechischer Joghurt ist Joghurt, dem ein Großteil der flüssigen Molke entzogen wurde. Dadurch ist er dicker und enthält pro Löffel mehr Eiweiß.
- Konsistenz: Griechischer Joghurt bleibt auf einem vorbereiteten Löffel und eignet sich als Dip. Normaler Joghurt ist flüssiger und lässt sich glatt in Brei oder Obstmus rühren.
- Geschmack: Griechischer Joghurt schmeckt meist säuerlicher. Manche Babys mögen das sofort, andere nehmen den milderen normalen Joghurt anfangs leichter an.
- Etiketten unterscheiden sich: Eiweiß, Calcium und Zucker variieren je nach Marke und zwischen Natur- und Fruchtjoghurt. Vergleiche die Nährwerttabelle der Becher, die du tatsächlich kaufst.
- „Babyjoghurt“ ist kein eigenes Lebensmittel: Viele Produkte sind gewöhnlicher Joghurt in kleineren Bechern, manche enthalten Zucker oder Fruchtpüree.
So wählst und servierst du griechischen und normalen Joghurt
Naturbelassen, vollfett und pasteurisiert kaufen
Achte bei jeder Sorte auf pasteurisierte Milch, vollen Fettgehalt und keinen Zucker- oder Süßstoffzusatz. Lass Fruchtjoghurt und mit Honig gesüßten Joghurt weg: Honig sollen Babys unter 12 Monaten wegen des Risikos von Säuglingsbotulismus nicht bekommen.
Klein anfangen
Biete anfangs ein bis zwei Löffel an und achte auf Allergiezeichen. Später kann Joghurt Teil einer Mahlzeit sein – nicht zusätzlich in großen Mengen und nicht als Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsnahrung.
Griechischer Joghurt, wenn dein Baby selbst isst
Seine feste Konsistenz bleibt auf einem vorbereiteten Löffel und eignet sich als Dip für weiche Gemüsesticks oder Toaststreifen, die zu den Essfähigkeiten deines Babys passen.
Normaler Joghurt zum Untermischen
Er lässt sich glatt in Getreidebrei, Obstmus oder Gemüsebrei rühren und macht einen zu festen Brei geschmeidiger. Im Milch-Getreide-Brei kann er die Milch ersetzen.
Mit Obst statt Zucker verfeinern
Rühre zerdrückte Banane, pürierte Beeren oder anderes weiches Obst unter – statt Zucker, Sirup oder gesüßtem Joghurt.
